Testkonzept für den Träger Pflegedienste Kuijpers

(vollstationäre, teilstationäre Pflegeeinrichtungen und ambulanter Pflegedienst)

Basis dieses Konzeptes ist die „Verordnung zur Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, vollstationären Einrichtungen der Pflege, ambulanten Pflegediensten, besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe und ähnlichen Einrichtungen (Coronatestungsverordnung - CoronaTestVO)“ vom 05.02.2021

I. Bedarf und Beschaffung der PoC-Antigen-Tests (Schnelltests)

  • Dieses Testkonzept wird dem zuständigen Gesundheitsamt vorgelegt. Nach Einreichung des Testkonzepts beim Gesundheitsamt werden PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) beschafft und genutzt.
  • Zur Umsetzung dieses Testkonzepts und des Ziels der Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein Bedarf von 30 PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) monatlich pro Bewohner/Tagespflegegast oder 20 PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) pro ambulant versorgte Person erforderlich.
  • Es werden nur solche PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) erworben, die durch das Paul-Ehrlich-Institut in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien erfüllen und die auf der entsprechenden Übersicht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte unter www.bfarm.de/antigentests veröffentlicht sind.

II. Personal zur Durchführung der Testungen

  • Dieses Testkonzept wird dem zuständigen Gesundheitsamt vorgelegt. Nach Einreichung des Testkonzepts beim Gesundheitsamt werden PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) beschafft und genutzt.

III. Sicherstellung der Personalkapazität

  • Terminabsprachen für Testungen von Besuchern werden im Rahmen üblicher Bürozeiten angeboten.
  • Die Durchführung der Tests erfolgt durch hierfür eingewiesenes Personal.
  • Die notwendigen Personalkapazitäten werden im Dienstplan berücksichtigt und die Zuständigkeiten sind allen Beschäftigten in der Einrichtung bekannt.

IV. Einweisung in die Testung

  • Die Einweisung des für die Testung verantwortlichen Personals erfolgte z.B. durch das Gesundheitsamt, Arzt sowie E-Schulung (MDK).

V. Zu testende Personengruppen und Häufigkeit der Testungen

  • Vor oder bei Aufnahme in eine Einrichtung oder dem Beginn der Betreuung durch ein Unternehmen (darunter fallen u.a. auch ambulante Pflegedienste und Tagespflegen) ist ein PCR-Test durchzuführen oder zu veranlassen.
  • Wiederaufnahmen aus dem Krankenhaus
    Die PCR-Testung erfolgt verpflichtend durch das Krankenhaus (Das Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein und muss in schriftlicher Form vorliegen!)
    Ein weiterer Schnelltest erfolgt grundsätzlich auch am sechsten Tag nach der Aufnahme.
    Haben seit der PCR-Testung Risikokontakte bestanden oder werden bei einem bei Aufnahme obligatorisch vorzunehmenden Kurzscreening Symptome einer COVID-19- Erkrankung festgestellt, wird umgehend ein Schnelltest veranlasst.
  • Neuaufnahme aus der Häuslichkeit
    Die PCR-Testung wird durch die Einrichtung veranlasst, z.B. über den Hausarzt. (das Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein und muss in schriftlicher Form vorliegen!)
    Haben seit der PCR-Testung Risikokontakte bestanden oder werden bei einem bei Aufnahme obligatorisch vorzunehmenden Kurzscreening Symptome einer COVID-19- Erkrankung festgestellt, wird umgehend ein Schnelltest veranlasst.
    Ein weiterer Schnelltest erfolgt grundsätzlich auch am sechsten Tag nach der Aufnahme.
    WICHTIG! Ist das Ergebnis eines Schnelltest positiv oder werden bei einem SymptomMonitoring mittelgradige bis schwere Symptome festgestellt, wird unmittelbar ein PCR-Test auf SARS-CoV-2 veranlasst. Der PCR Test kann, in Absprache mit dem Gesundheitsamt, durch die Einrichtung erfolgen, sofern die Materialien zur Verfügung stehen.
  • Beschäftigte aller Bereiche, die die zum Aufenthalt von PatientenInnen oder BewohnerInnen dienende Räume betreten, (Hauswirtschaft, Reinigung, Betreuung, Haustechnik etc.) werden vor jedem Dienstantritt mittels eines Kurzscreenings inkl. Temperaturmessung auf das Vorliegen von Covid-19-Symptomen untersucht. Bei leichten unklaren Symptomen wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Geschmacksverlust, erhöhte Temperatur oder Übelkeit erfolgt eine Abklärung über einen PoC-Schnelltest.
  • Die Beschäftigten werden jeden zweiten Kalendertag, der ein Arbeitstag ist, ansonsten an dem nächsten Arbeitstag, mittels Schnelltest getestet.
    Neue Beschäftigte werden vor Arbeitsaufnahme regelhaft mit einem PoC-Antigen-Test (Schnelltests) getestet.
    Ist das Ergebnis eines Schnelltest positiv oder werden bei einem SymptomMonitoring mittelgradige bis schwere Symptome festgestellt, wird unmittelbar ein PCR-Test auf SARS-CoV-2 veranlasst.
    Im ambulanten und Tagespflegebereich ist kein unmittelbarere PCR Test auf Sars Covid 2 zu veranlassen.
  • BewohnerInnen der Einrichtung / Von der Einrichtung versorgte Personen / Unsere Tagespflegegäste, werden ebenfalls täglich auf das Vorliegen von Symptomen mittels eines Kurzscreenings untersucht.
    Ein Schnelltest ist mindestens einmal pro Woche durchzuführen. Die Testpflicht gilt nicht, soweit bei den BewohnerInnen bestehende Gründe dies unmöglich machen. (zum Bespiel wenn der Test verweigert wird). Unsere Tagespflegegäste und die Mitarbeiter der Tagespflege werden, wie am 22.12.2020 von Dr. Ulrich Vogel genehmigt, täglich getestet.
    Ein Schnelltest ist auch immer dann durchzuführen, wenn bei einem SymptomMonitoring leichte, unklare Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Geschmacksverlust, erhöhte Temperatur oder Übelkeit festgestellt werden.
    Ein Schnelltest ist bei BewohnerInnen immer dann durchzuführen, wenn diese die Einrichtung verlassen haben und ein Kontakt mit einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person nicht ausgeschlossen werden kann – ein Schnelltest bei der Rückkehr und ein zweites Mal drei Tage nach der Rückkehr.
    Wichtig! Ist das Ergebnis eines Schnelltest positiv oder werden bei einem SymptomMonitoring mittelgradige bis schwere Symptome festgestellt, ist unmittelbar ein PCR Test auf SARS-CoV-2 zu veranlassen.
  • BesucherInnen haben bei Betreten der Einrichtung ein Kurzscreening inkl. Temperaturmessung zu durchlaufen. Bei leichten Symptomen wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Geschmacksverlust, erhöhte Temperatur oder Übelkeit wird der Zugang zur Einrichtung untersagt. Ausgenommen sind Besuche zur Sterbebegleitung.
    BesucherInnen dürfen die Einrichtung nur betreten, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, das nicht älter als 48 Stunden ist.
    Über Ausnahmen für Personen, bei denen ein Schnelltest aus medizinischen oder sozial-ethischen Gründen nicht durchgeführt werden kann, entscheidet die Einrichtungsleitung.
    Diese Regelungen gelten auch für Dienstleister, Therapeuten, Ärzte und vergleichbare externe Personen. Bei positivem Testergebnis ist ein Betreten der Einrichtung und damit auch ein Besuch des pflegebedürftigen Menschen nicht möglich. Ausgenommen sind Besuche zur Sterbebegleitung. Positiv getestete Besucher dürfen die Einrichtung erst nach 10 Tagen und Symptomfreiheit wieder betreten. Für den gleichen Zeitraum sind auch alle weiteren persönlichen Kontakte mit Bewohnern der Einrichtung zu untersagen (z.B. ein Treffen mit dem Bewohner außerhalb der Einrichtung).
    Wenn ein Besucher den PoC Test verweigert, darf er die Einrichtung nicht betreten.
  • Beim Vorliegen von Symptomen wird unmittelbar getestet. Darüber hinaus kann es auch andere Anlässe für sofortige Testungen geben (z.B. Verdachtsfall im privaten Umfeld etc.)
  • Ist ein PoC-Antigen-Test positiv unterrichtet die Einrichtung die örtlich zuständige untere Gesundheitsbehörde (Gesundheitsamt). Bei Mitarbeitenden und Bewohnern / Klienten / Tagespflegegästen wird darüber hinaus in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die Überprüfung des Testergebnisses mittels eines PCR-Tests veranlasst.
  • Unabhängig von den zuvor genannten Fallkonstellationen besteht für asymptomatische Kontaktpersonen ein Anspruch auf die Durchführung eines PCR-Tests. Asymptomatische Personen, die in einer Einrichtung, in der in den letzten 10 Tagen eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde, tätig waren, eine solche besucht haben oder durch eine solche behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht wurden haben ebenfalls einen Anspruch auf die Durchführung eines PCR-Tests.
  • Für die regelmäßige Testung der Besucherinnen und Besucher werden von der Einrichtung zentrale Termine vorgegeben. Diese umfassen mindestens einen Termin, der werktäglich in einem Zeitkorridor von 16 bis 19 Uhr liegt, sowie einen Termin am Wochenende. Die Testzeiten werden durch Aushang und über das Internet bekanntgegeben.
    Die Terminvergabe erfolgt in den einzelnen Einrichtungen zu den gängigen Bürozeiten über die Pfortenkräfte. Ansprechpartner der Einrichtungen sind auf der Homepage www.kuijpers.de zu finden.
    Schutzausrüstung
  • Tests werden nur dann angeboten, wenn die erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) vorhanden ist. Die Schutzausrüstung wird vom Träger verwaltet und bei Bedarf ausgegeben und entsprechend des Verbrauches nachbestellt. Zur erforderlichen PSA gehören FFP2-Masken oder vergleichbare Atemschutzmasken sowie Handschuhe und ggf. Schutzkittel und Schutzbrillen oder Visiere. Wenn es während einer Testung zu einer Kontamination der Schutzausrüstung kommt, ist diese zu wechseln, um eine Kontamination der Umgebung auszuschließen.

VI. Räumlichkeiten

  • Die Testungen erfolgen in eigens dafür abgetrennten Arealen und entsprechenden Wartebereichen. Die Räumlichkeiten sind entsprechend ausgeschildert. Testpersonen werden von dem für die Tests zuständigen Personal entsprechend auf die Räumlichkeiten hingewiesen. Bei einer Testung im Bewohnerzimmer wird Sorge getragen, dass keine Kontamination der Umgebung erfolgt. Die notwendigen Materialien zur Durchführung der Testungen (PoC-Antigen-Test (Schnelltests), persönliche Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel) und zur Entsorgung dieser sind vorhanden. In allen Räumen ist eine Lüftung möglich.
  • Die Routenplanung erfolgt entsprechend dem Testrhythmus und dem ermittelten Bedarf auf der Basis der unter V. genannten Personengruppen durch die verantwortliche Pflegefachkraft/ verantwortliche Person.
  • Hierzu wird ein Dienstfahrzeug verwendet, das mit der erforderlichen Anzahl an Test-Kits und PSA ausgestattet ist.

VII. Genehmigung zur Testdurchführung bei gesetzlich betreuten Pflegebedürftigen

  • Zur Einholung der Genehmigung zur Durchführung des Testes kontaktiert die für die Tests verantwortliche Person den Betreuer/ die Betreuerin im Vorfeld des Tests und informiert im Nachgang des Tests unmittelbar über das Ergebnis und ggf. weitere erforderliche Maßnahmen. Das Vorliegen der Genehmigung wird dokumentiert.

VIII. Information der Beschäftigten, der versorgten Personen sowie der Besucher

  • Für die Testung von Beschäftigten, Pflegebedürftigen, Betreuten und Besuchspersonen stationärer Einrichtungen steht ein Informationsschreiben zur Verfügung. Dieses ist auch in der Einrichtung offen ausgehängt.
  • Die Information über die Testungen gewährleistet die verantwortliche Pflegefachkraft/ verantwortliche Person/ zuständige Pflegefachkraft

IX. Meldung aller PoC-Testungen

  • In NRW werden von den Einrichtungen alle Testungen wöchentlich an das Landeszentrum Gesundheit gemeldet. Bei der Meldung wird unterschieden nach Testungen von Mitarbeitenden, Pflegebedürftigen / Betreuten und Besuchern.
  • Eine wöchentliche Meldepflicht zum Landeszentrum Gesundheit über die Anzahl der durchgeführten Tests und positiven Ergebnisse untergliedert nach Behandelten/Betreuten, Personal und Besuchern besteht für
    • stationäre Einrichtungen, die Leistungen der Dauer- und Kurzzeitpflege erbringen,
    • Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen,
    • Anbieterverantwortete Wohngemeinschaften nach § 24 Absatz 3 WTG, wenn durch die zuständigen Behörden im Hinblick auf die Vulnerabilität der Bewohner eine Vergleichbarkeit mit Bewohnern einer vollstationären Einrichtung festgestellt wurde.

X. Meldung positiver Befunde

  • Bei einem positiven Testergebnis erfolgt immer eine Information an das örtlich zuständige Gesundheitsamt. Des Weiteren wird die WTG Behörde über positive Testergebnisse von BewohnerInnen oder Mitarbeitern unterrichtet.

XI. Dokumentation

  • Die Durchführung der Tests wird dokumentiert. Dies umfasst insbesondere den Namen der getesteten Person, das Datum, die den Test durchführende Person, das Testergebnis und bei einem Positivergebnis das Datum der Meldung an das zuständige Gesundheitsamt.

XII. Entsorgung

  • Die verwendeten PoC-Antigen-Tests (Schnelltests) werden in gesonderten Abwurfbehältern entsprechend der Herstellervorgaben und gesetzlichen Rahmenbedingungen entsorgt.

XIII. Probedurchlauf

  • Es findet ein Probedurchlauf der Testung sowie der damit verbundenen Dokumentations- und Meldepflichten durch die dafür verantwortlichen Pflegefachkräfte vorab statt.

XIV. Durchführung der Testungen

  • Die Durchführung erfolgt gemäß den gesetzlichen Vorgaben und der Herstellerangaben unter Einhaltung der Anforderungen dieses Testkonzepts.
  • Die Testergebnisse werden den Betroffenen nach Vorliegen unmittelbar mitgeteilt. Bei einem negativen Testergebnis ist kein weiteres Handeln erforderlich.
    Bei einem positiven Testergebnis muss stets das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Bei Bewohnern/versorgten Personen und Beschäftigten erfolgen die nächsten Schritte entsprechend des Hygienekonzepts. Besucher dürfen die Einrichtung erst nach Vorlegen eines negativen PCR-Tests wieder betreten.
  • Über einen drohenden Materialengpass werden die zuständigen Behörden rechtzeitig durch den Betreiber informiert.

XV. Evaluation und Anpassung des Konzeptes

  • Das Konzept wird in regelmäßigen Abständen im Sinne des PDCA-Zyklus überprüft und bei entsprechendem Bedarf angepasst.

Ergänzend zu diesem Testkonzept gelten die bestehenden Hygiene- und Besuchskonzepte fort.

Stand: 24.02.2021